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Geist Maximilian

geist maxMax Geist wurde am 31. Oktober 1907 in Wildpoldsried geboren. Er war Jungbauer, katholisch, ledig und wohnte noch bei seinen Eltern Johann und Maria Geist, geb. Hafenmair, in Wildpoldsried, Einöde 32.

 

Er diente als Gefreiter in der 3. Kompanie Sicherungsregiment 122. Das Sicherungsregiment 122 unterstand der 286. Sicherungs-Division, die in Mittelrussland eingesetzt war. Die Division war Bestandteil der nach ihm benannten Kampfgruppe des SS-Brigadeführers Curt von Gottberg. Sie ist für die Ermordung von ca. 10 000 bis 20 000 Menschen in Belarus (Weißrussland), unter anderem als Unternehmen ‚Cottbus‘ bekannt, mitverantwortlich. Die Division wurde zum Ende des Jahres 1943 gegen Einheiten weißrussischer Partisanen zusammen mit der berüchtigten russischen Brigade Kaminski eingesetzt.

 

Max Geist wurde am 15. Oktober 1943 durch ein Infanteriegeschoss am Becken und am Hüftgelenk getroffen und hatte einen Bauchschuss erlitten. Er starb an einer Infektion mit Lungenentzündung am 7. Dezember 1943 im Kriegslazarett (motorisiert) Borisow. Das heutige Baryssau ist eine Stadt in Belarus (Weißrussland), ca. 75 km nordöstlich der Hauptstadt Minsk.

 

Der Chefarzt des zuständigen Kriegslazaretts, Dr. Baedhold, schrieb in seinem Kondolenzbrief an den Vater:

„Ich erfülle die soldatische Pflicht, Ihnen die schmerzliche Nachricht vom Heldentod Ihres Sohnes, des Gefr. Max Geist, F. P. Nr. 00737 D, zu übermitteln. Ihr Sohn wurde am 24. 11. 43 schwer verwundet in unser Kriegslazarett mit der Feldpostnummer 41 199 eingeliefert. Er hatte am 10. 11. 43 im Raum westlich Smolensk bei der Bandenbekämpfung einen Schuss durch das Becken erhalten, wobei auch die Hüftgelenke mitgetroffen wurden. In einem nächstgelegenen Lazarett war er sofort ärztlich versorgt worden. Auch hatte man versucht, durch eine Operation dem Eiter einen Weg nach außen zu geben. Durch eine Bluttransfusion suchte man den Blutverlust zu steuern. Doch die Zertrümmerung der Beckenknochen war zu groß.

 

Das Fieber hielt weiter an, mit einer zweiten Operation wurde nochmals eine Wendung zum Besseren erstrebt. Auch hier zeigte sich wieder die Schwere des Schusses und der Infektion, die die Hüftgelenke mitergriffen hatte. Wieder wurden zusätzlich Bluttransfusionen gegeben, aber die Widerstandskraft des Körpers wollte nicht ausreichen. Es stellte sich zusätzlich eine Lungenentzündung ein, der das Herz trotz bester Versorgung mit allen unterstützenden Mitteln nicht gewachsen war.

 

Am 7. 12. 1943 19:45 Uhr verschied Ihr Sohn an den Folgen des schweren Beckenschusses. Der Verblichene war in den letzten Stunden seines Lebens bewusstlos und dürfte den Tod nicht empfunden haben. Er konnte daher auch keine Grüße oder Wünsche mehr äußern. Durch Gaben narkotischer Mittel hat man dem Verewigten während des Lazarettaufenthaltes die Schmerzen genommen...

Die Deutsche Wehrmacht verneigt sich in Ehrfurcht und Dankbarkeit vor dem schlichten Heldengrab ihres toten Kameraden.“

 

Max Geist wurde nach amtlichen Angaben am 10. Dezember 1943 in Tolotschin, heute Tolochin begraben. Chefarzt Dr. Baedhold vermerkt, dass Max Geist auf dem Ehrenfriedhof in Borisow, ca. 80 km nordöstlich Minsk / Belarus (Weißrussland), beigesetzt worden ist. Tolochin liegt ca. 100 km östlich Borisow, heute Baryssau.

 

Maximilian Geist starb mit 36 Jahren.

Krieger- und Soldatenkameradschaft Wildpoldsried

 

1. Vorstand: Willi Schlecht

2. Vorstand: Guido Eberle

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