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Reiter Sebastian

reiter sebastianSebastian Reiter wurde am 6. September 1905 in Wildpoldsried, Meggenried 57, geboren, wo er bei seinen Eltern, den Bauersleuten Josef und Barbara Reiter, geb. Einsiedler, wohnte. Er war katholisch und noch ledig. Sein Bruder Adelbert Reiter ist ebenfalls im Krieg gestorben.

 

Sebastian Reiter diente als Obergefreiter in der 3. Schwadron Gebirgs-Fahrkolonne 94, ab Juli 1944 umbenannt in Gebirgs-Nachschub-Kompanie 94. Sebastian Reiter wurde in der Nacht vom 8. auf den 9. März 1945 150 m südlich des Dorfes Pribis, heute Pribis / Slowakei, schwer verwundet. Er erlitt einen Maschinenpistolendurchschuss in der rechten Brustseite, einen Streifschuss der Kopfschwarte, einen Durchschuss des rechten Unterarms sowie einen oberflächlichen Maschinenpistolendurchschuss an der Außenseite des rechten Knies. Er starb am 10. März 1945 um 23:10 Uhr.

 

Kompaniechef Oberleutnant Karl Franz Fürst schrieb in seinem Kondolenzbrief an den Vater:

„Sehr geehrter Herr Reiter!

Leider muss ich Ihnen die traurige Mitteilung machen, dass Ihr Sohn Sebastian Reiter, in der Nacht vom 8. auf 9. 4. 45 (richtig: März 1945, L.H.) bei einem Lauer-Spähtrupp Unternehmen gegen Partisanen 150 m südlich des Dorfes Pribis schwer verletzt wurde. Ihr Sohn wurde sofort auf einem Schlitten in das nächstliegende Lazarett gebracht, nachdem er an Ort und Stelle durch den Sanitätsunteroffizier Schreckinger verbunden wurde.

 

Sofort nach seiner Einlieferung kam er zur Operation und war dann ruhig. Am Nachmittag des folgenden Tages wurde er unruhiger, wurde gegen Abend benommen. Ohne einen besonderen Wunsch geäußert zu haben, starb er um 23:10 Uhr eines ruhigen Todes. Am 11. 3. 45 wurde unser guter und treuer Kamerad Obergefreiter Sebastian Reiter mit 3 anderen Kameraden begraben. Als Kolonnenchef hielt ich ihm die Grabrede, worauf ein Feldgeistlicher ihm den kirchlichen Segen gab. Ein Kommando von Kameraden gab die Ehrensalven über dem Grabe ab.“

 

Oberleutnant Fürst stellte auch die charakterlichen Vorzüge von Sebastian Reiter heraus:

„Ihr Sohn wird uns allen in bester Erinnerung als pflichtbewusster, tadelloser und stets einsatzbereiter Soldat, wie auch als grundguter, stets hilfsbereiter und treuer Kamerad bleiben.

Er lebt in uns weiter als leuchtendes Vorbild soldatischer Tugenden. Lieber Herr Reiter, wir, seine Frontkameraden, sind genauso schwer durch seinen Tod getroffen wie Sie als Vater.“

 

Sebastian Reiter wurde auf der Deutschen Heldengräberanlage im Nordostteil des Gemeindefriedhofs von Dolny-Kubin, 15 km nördlich von Ruzomberok / Slowakei, damals Rosenberg, begraben. Am 30. März 1954 wurde ein Grabfoto an seinen Vater geschickt. Laut VDK wurden die sterblichen Überreste von Sebastian Reiter zur Ehrung auf den Soldatenfriedhof Vazel / Bulgarien, ca. 280 km südöstlich Sofia, umgebettet.

 

Sebastian Reiter starb mit 39 Jahren.

Krieger- und Soldatenkameradschaft Wildpoldsried

 

1. Vorstand: Willi Schlecht

2. Vorstand: Guido Eberle

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